Mittwoch, 10. November 2010

Der vergessene Ort im Oldauer Wald


Wenn man dieser Tage, an denen das Laub der Bäume und Sträucher zu Boden fällt, den Allerradweg zwischen Hambühren und Oldau entlang wandert, gibt der Wald ein Geheimnis preis. An dieser Stelle befindet sich die Gemarkung „Lehmkuhlenteile“.
Der aufmerksame Beobachter hat nur in dieser Jahreszeit, wenn nicht dichtes Blattwerk den Blick versperrt, die Chance, diesen Ort überhaupt zu entdecken. Auf keiner Karte ist er verzeichnet und auch aus der Luft ist er nicht zu sehen.


Geht man also den Allerradweg entlang, so fällt einem vielleicht zufällig der einsame und unscheinbare Betonpfosten in unmittelbarer Nähe zum Weg auf. Ohne Bestimmung steht er seit Jahrzehnten an diesem Ort, allein. Kein zweiter Pfosten in der Nähe, auch keine Zaun- oder Drahtreste. Nun liegt es nahe einfach weiterzugehen. Ist man jedoch neugierig geworden und wirft einen genaueren Blick in den Wald, so wird sicher dem ein oder anderen etwas auffallen...


Schon reichlich zugewachsen, aber trotzdem gerade noch zu erkennen, führt ein alter Weg in den Wald hinein. Wer jetzt ohne Furcht vor Zecken oder sonstigem Getier diesen Weg unter seine Füße nimmt, der wird – wie wir – staunen, was sich dort im dichten Unterholz verbirgt!


Vom Allerradweg her nicht zu erkennen, offenbart sich dem Entdecker nun ein eigentümliches Gelände. Die Überreste zweier Schrankenanlagen und die ins Unterholz führenden alten Wege leiten ihn zu zwei noch recht gut erhaltenen Erdbunkern. Dazu finden sich überall vereinzelte Schächte und Rohrleitungen, die weit verstreut auf dem Gelände in und über der Erde seit Jahrzehnten der Witterung trotzen. Auch trifft man auf weitere Betonpfosten, die eine ehemalige Umzäunung vermuten lassen. Neben diesen unterschiedlichen Schacht- und Rohranlagen öffnet sich der dichte Wald hin zu einer großen, fast baumlosen, rechteckigen Fläche, die man auch auf heutigen Luftbildern gut erkennen kann. Auf einigen sehr detaillierten Karten ist diese Fläche als "Wochenendplatz" ausgewiesen.



Einen Hinweis auf die Geschichte dieses Ortes gab mir Hans Hövelmann aus Ovelgönne. Er erinnert sich daran, dass hier tatsächlich einmal Wochenendhäuser gestanden haben. Somit erklärt sich auch der Karteneintrag "Wochenendplatz".
Da diese Häuser jedoch ohne Genehmigung errichtet wurden, mussten sie bald schon wieder abgerissen werden. Die heute noch vorhandenen Überreste sind die letzten Überbleibsel davon.


Nur eines dieser Häuser hat die Zeit überstanden und steht noch heute etwas weiter nördlich am Allerradweg, gegenüber dem Teich (ehemalige Kiesentnahmestelle für die Muna Hambühren) im Allerbogen.

1 Kommentar:

  1. Ist es richtig, das der zugänliche Bunker mittlerweile verfüllt wurde? Als wir dort waren, haben wir nur einen Hügel gefunden

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